Airport Neuhardenberg Weihnachtsmannlandung am 29.11.2025
Der Käfig für Drohnen hat einen Durchmesser von 45 Metern und ist 13 Meter hoch: Innerhalb dieser Konstruktion, die von einem Netz umschlossen ist, können neuartige oder veränderte Drohnen gefahrlos getestet werden. Der Drohnenkäfig gehört zu einer neuen Testumgebung für die Erforschung von unbemannten Luftfahrtsystemen. Er befindet sich auf dem Gelände des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig und ist kürzlich fertiggestellt worden. Das DLR und die Technische Universität Braunschweig haben die Testumgebung Flybots gemeinsam aufgebaut.
„Drohnen und ihre Abwehr sind ein hochaktuelles Thema. Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen Anwendungen für die zivile Luftfahrt sowie für Sicherheitsbehörden. In Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig schaffen wir mit der neuen Infrastruktur eines Drohnenkäfigs in Braunschweig eine ideale Ergänzung zu den großen, realitätsnahen Versuchskampagnen am Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme des DLR am Flughafen Cochstedt. Kurze Wege zwischen Forschung und Entwicklung, ermöglichen uns zukünftig noch schneller dringend benötigte Fortschritte bei Drohnentechnologien zu erzielen und große Versuchskampagnen effizient vorzubereiten“, sagt Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR.
Strukturen für unterschiedliche Bedarfe
Der Drohnenkäfig erlaubt Forschenden des DLR sowie externen Organisationen kurzfristig grundlegende Erprobungen mit unbemannten Luftfahrtsystemen (Unmanned Aircraft Systems, UAS). Hier können einzelne oder mehrere prototypische UAS mit einem Gewicht bis zu 25 Kilogramm fliegen. Der Käfig hat eine Grundfläche von 1.500 Quadratmetern und bietet auch Platz für Aufbauten wie Hindernisse oder Landeplätze. Über Stahlträger ist ein Netz aufgespannt, damit die Drohnen die Testumgebung nicht verlassen. Die Anlage, die vom DLR-Institut für Flugführung aufgebaut wurde, ergänzt die Testumgebung des Nationalen Erprobungszentrum für Unbemannte Luftfahrtsysteme des DLR in Cochstedt (Sachsen-Anhalt). Dort werden Flugversuche höherer technologischer Reifegrade in einer realistischen Testumgebung durchgeführt. Diese Versuche können nun durch den Drohnenkäfig in Braunschweig von den dortigen DLR-Instituten einfacher und schneller vorbereitet werden.
Aktuelle Projekte wie CUSTODIAN (Counter-UAS Technologies for Detection, Interception and Neutralization), in dem kürzlich in Cochstedt gezeigt wurde, wie unerwünschte Drohnen erfolgreich detektiert und unschädlich gemacht werden können, profitieren von den neuen Testmöglichkeiten. Ein weiteres Beispiel aktueller Forschung ist das DLR-Projekt Swarming (Coordination and guidance of unmanned swarms), bei dem es um den Einsatz von Drohnenschwärmen zur Unterstützung von Einsatzkräften im Katastrophenschutz geht. Die Projektarbeiten finden in Braunschweig und in Cochstedt statt.
Detektor verfolgt Drohnen kilometerweit
Der Drohnenkäfig ist eine von mehreren Anlagen, die im Infrastruktur-Ensemble Flybots entstanden sind und durch das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen gefördert wurden. Als weitere Anlage steht ein mobiler Drohnendetektor zur Verfügung, der vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik betrieben wird. Mit seinem leistungsfähigen Radar erkennt er sogar kleine, unerwünschte Drohnen und verfolgt sie – selbst dann, wenn sie noch mehrere Kilometer weit entfernt sind. Verschiedene Kameras und Empfangsantennen ergänzen das Radar. Das Drohnendetektionssystem ist auf einem geländegängigen Fahrzeug montiert und wird unter anderem im Projekt CUSTODIAN eingesetzt.
Windkanal für die Drohnenforschung
Auf dem Gelände der TU Braunschweig ist außerdem ein neuer Windkanal entstanden. Die Anlage ermöglicht die Kombination von aerodynamischen und elektromagnetischen Untersuchungen. Schub, Wirkungsgrad und Verhalten von UAS werden so präzise und reproduzierbar gemessen. In dem Windkanal haben komplette Drohnen oder einzelne Antriebseinheiten Platz.
Angela Ittel, Präsidentin der TU Braunschweig: „Mit Flybots entsteht in Braunschweig ein Prüfstein für die Drohnenforschung der Zukunft. In einer Zeit, in der sich die Sicherheitslage in Europa verändert hat, können Drohnen und unbemannte Systeme eine technologische Möglichkeit sein, um unser Land und damit unsere Demokratie zu schützen. Der neue, elektromagnetisch abgeschirmte Windkanal ist dabei einzigartig in Deutschland – und Braunschweig ein Ort, an dem Präzision, Sicherheit und Innovation zusammenkommen. Flybots zeigt, was interdisziplinäre Forschung leisten kann, wenn das Land Niedersachsen, unsere Universität und das DLR an einem Strang ziehen.“
Drohnen bewegen sich in einer Modellstadt
Bei der Einweihung am 21. Oktober 2025 hatten die Forschenden eine kleine Version einer Modellstadt mit Häusern und Landeplätzen im Drohnenkäfig aufgebaut. In dieser Hinderniskulisse präsentierten sie unterschiedliche Schwerpunkte ihrer Arbeiten. Hier können zum Beispiel Flugrouten erprobt werden. Dabei zeigt sich, ob sich die Drohnen zuverlässig und sicher in der Umgebung bewegen. Fragen zur Integration von Drohnen in den zivilen Luftraum werden dabei behandelt.
Die unbemannte Luftfahrt gewinnt generell an Bedeutung für unsere moderne Gesellschaft: Drohnen können zum Beispiel bei der Wartung von Windkraftanlagen unterstützen, Waren in abgelegene Gegenden liefern oder Lagebilder für den Katastrophenschutz erstellen. Das DLR leistet wesentliche Beiträge zum gesamten Anwendungsspektrum des unbemannten Fliegens. Es entwickelt Lösungen, Methoden und Prozesse von Einzeltechnologien über komplette Luftfahrzeuge bis hin zur Architektur eines automatisierten Lufttransportsystems. Dabei berücksichtigen die Forschenden auch die Auswirkungen und die Akzeptanz der Systeme, wenn sie in den urbanen Verkehr integriert werden.
Quelle: https://www.dlr.de/de/aktuelles/nachrichten/2025/test-von-drohnen-prototypen-im-sicheren-kaefig
Weitere News
-
Messeangebote des BDLI
| Startseite linke SpalteWeiterlesenKommt mit uns auf die Dubai Airshow 2027
Auch die Anmeldung für die Teilnahme im German Pavilion auf der Dubai Airshow (15. - 19. November 2027) ist…
-
Angebote zur Markterschließung in Westbalkan, Polen und Frankreich
| Startseite linke SpalteWeiterlesenSie möchten Ihr Geschäft im europäischen Ausland ausbauen?
Sie möchten sich über die wirtschaftliche Entwicklung und Rahmenbedingungen in…
-
ILA Berlin bis 2030 gesichert
Erstellt von Nico Knobel | | Startseite linke SpalteWeiterlesenBerlin und Brandenburg sichern die ILA Berlin für 2028 und 2030. Nach einer Rekordausgabe 2026 soll die Messe die internationale Sichtbarkeit und…
-
Hochaktuelle Förderprogramme für Innovation, KMU und Technologietransfer
| Startseite linke SpalteWeiterlesenKurzfristige Einreichung von Projektskizzen bis Ende August noch möglich
-
ESA Business Incubation Centre soll nach Berlin kommen
Erstellt von Nico Knobel | | Startseite rechte SpalteWeiterlesenDie ESA plant, das ESA Business Incubation Centre Northern Germany auf Berlin auszuweiten. Der geplante Standort bei Science & Startups soll…
-
Planet Labs baut Satellitenproduktion in Berlin auf
Erstellt von Nico Knobel | | Startseite rechte SpalteWeiterlesenPlanet Labs baut seine erste europäische Satellitenproduktionsstätte in Berlin auf. Am BERLIN DECKS entstehen künftig Kapazitäten für die Fertigung…
-
35 Jahre Satellitenentwicklung an der TU Berlin: Berliner Erfolgsgeschichte mit internationaler Strahlkraft
| Startseite rechte SpalteWeiterlesenSeit 35 Jahren prägt die Technische Universität Berlin die Entwicklung innovativer Kleinsatelliten und zählt heute zu den weltweit führenden…
-
NASA investiert rund 600 Millionen US-Dollar in neue kommerzielle Mondmissionen
| Startseite linke SpalteWeiterlesenDie NASA treibt ihre Pläne für eine nachhaltige Erforschung des Mondes weiter voran. Ende Juni vergab die US-Raumfahrtbehörde Aufträge im Gesamtwert…
-
Historischer Meilenstein: Skyroot Aerospace erreicht erstmals den Orbit
Erstellt von Foto: X/@SkyrootA | | Startseite rechte SpalteWeiterlesenMit dem erfolgreichen Start der Vikram-1 am 18. Juli 2026 hat das indische Raumfahrtunternehmen Skyroot Aerospace, bereits Gast der BBAA auf dem…
-
Otto-Lilienthal-Preis 2026: Jetzt mit innovativen Projekten bewerben
| Startseite linke SpalteWeiterlesenDie Otto-Lilienthal-Stiftung zur Förderung der Luft- und Raumfahrt hat die Ausschreibung für den Otto-Lilienthal-Preis 2026 veröffentlicht.…