Hauptstadtregion wird zum Kompetenzzentrum für emissionsarme Luftfahrt

Am 10. September 2019 kamen in Potsdam Spitzenvertreter aus Luftfahrt und Politik zusammen, um über die Zukunft der Luftfahrt zu diskutieren – und diese wird klimaneutral sein. Daher stand beim 14. Tag der Deutschen Luft- und Raumfahrtregionen Innovationen für eine emissionsarme Luftfahrt im Mittelpunkt. Neben Besichtigungen bedeutender regionaler Luft- und Raumfahrtunternehmen in Brandenburg wurden im Anschluss in Potsdam richtungsweisende Fragestellungen der Branche auf dem Weg zum klimaneutralen Fliegen in hochrangig besetzten Podien und in Fachvorträgen aufgegriffen. Die Veranstaltung war Plattform für den intensiven fachlichen Austausch und für die Vernetzung der insbesondere mittelständischen Akteure der Branche. Über 300 Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Forschung und der deutschen Luftfahrtindustrie – vom Systemhersteller über die gesamte Kette der Zulieferebenen – nahmen teil.

14. Tag der Deutschen Luft- und Raumfahrtregionen: Innovationen für eine emissionsarme Luftfahrt (© Till Budde)

„Berlin-Brandenburg kommt eine Schlüsselrolle in der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie zu, und dies zeigt die heutige Veranstaltung“, sagte Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des BDLI. „Die Hauptstadtregion steht für Schub für Deutschland, Antriebe für die Welt. Hier wird die Zukunft unserer zivilen Luftfahrtindustrie aktiv gestaltet: Denn diese Region im Herzen Europas wird immer mehr zur Kompetenzregion für hybrid-elektrisches Fliegen. Es geht vor allem darum, dass und wie wir Klimaschutz, internationalen Austausch und Wohlstand in Einklang bringen.“

„Brandenburg ist bedeutender Standort und unverzichtbarer Impulsgeber für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie. Die ILA Berlin wird wieder im kommenden Mai die innovative Vorreiterrolle unserer Branche und die hohe Bedeutung der zukunftsgewandten Hauptstadtregion aufzeigen und erlebbar machen“, fügte Andreas Sedlmayr, Mittelstandsbeauftragter und Vorsitzender des BDLI-Regionalforums, hinzu. „Hervorheben möchte ich die Leistung unserer mittelständisch geprägten Zulieferindustrie, den ‚hidden champions‘: Sie sind aus dem Hochlohnland Deutschland im harten globalen Wettbewerb erfolgreich und heute an allen auch außereuropäischen Flugzeugprogrammen maßgeblich beteiligt. Ihr Erfolgsrezept liegt in der Kombination von höchster Qualität, Technologievorsprung und Zuverlässigkeit, flankiert von einer zielgerichteten, weitsichtigen Förderungspolitik der Bundesregierung.“

Auch die politische Seite unterstrich die Rolle der Hauptstadtregion als Kompetenzzentrum für emissionsarme Luftfahrt. Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hebte hervor: „Die Hauptstadtregion hat sich in den vergangenen fast 30 Jahren zum drittwichtigsten Standort der Luft- und Raumfahrtindustrie in Deutschland entwickelt. Sie zählt zu den absoluten Zukunftsbranchen. Dies haben wir u. a. dank der Ansiedlung von Weltmarktführern wie MTU und Rolls Royce erreicht. Gemeinsam mit vielen Zuliefererbetrieben, aber auch mit exzellenten Forschungseinrichtungen in der Region entsteht hier ein luftfahrtindustrieller Korridor zwischen Ludwigsfelde und Dahlewitz über Schönefeld und Wildau nach Cottbus. Dort arbeiten Rolls Royce und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg an Hybrid-Antrieben. Hier wird Zukunft für die Luftfahrt geschrieben. Und mit der ILA verfügen wir zudem über das deutsche Schaufenster dieser faszinierenden Branche.“

Der Koordinator der Bundesregierung für die Deutsche Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, MdB, wies auf die Bedeutung von Forschung und Entwicklung auf dem Weg zum klimaneutralen Fliegen hin: „Jede neue Flugzeuggeneration verbraucht 25% weniger Kerosin. Das ist das Ergebnis ständiger Innovation. Daher ist die aktuelle Diskussion um mehr Klima- und Umweltschutz eine Chance. Bei Nachhaltigkeit voranzugehen bedeutet zugleich strategische Industriepolitik zu betreiben. Indem wir jetzt Kompetenzen aufbauen und neue Technologien für elektrisches und hybridelektrisches Fliegen zur Anwendungsreife bringen, machen wir den Standort fit für künftigen Markterfolg. Mit dem Strukturstärkungsgesetz schaffen wir außerdem die Voraussetzungen für erhebliche weitere Investitionen in Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Ich freue mich, dass dazu hier in der Region, in Cottbus, ein neues DLR-Institut entstehen wird.“

Die Veranstaltung wurde vom BDLI-Regionalforum und der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V. organisiert. Mitveranstalter war auch in diesem Jahr wieder das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

 

Vorträge der Veranstaltung

Wir bedanken uns bei allen Referenten, die den 14. Tag der Luft- und Raumfahrtregionen mit ihren Vorträgen bereichert und diese nachfolgend zur Verfügung gestellt haben:

Impressionen

Fotos der Veranstaltung (© BBAA e.V. / Till Budde)

Luftfahrtindustrie in der Metropolregion: Jobmotor mit Milliardenumsatz

130 Unternehmen und 30 wissenschaftliche Einrichtungen treiben in der Luft- und Raumfahrtrepublik Berlin-Brandenburg die Luft- und Raumfahrtindustrie an. 7.500 direkt beschäftigte, hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2018 einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro.

Die ILA Berlin wird vom 13. bis 17. Mai 2020 wieder die innovative Vorreiterrolle der Luft- und Raumfahrtindustrie Deutschlands zeigen. Dabei wird es vor allem darum gehen, wie Klimaschutz, Mobilität, globale Warenströme und Wohlstand in Einklang gebracht werden.

 

Kontakt:

Prof. Dr. Andreas Timmermann
Geschäftsführender Vorstand

Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz e.V.
Freiheitstraße 120, 15745 Wildau

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