Mittwoch, 08.09.2010

Galileo

Galileo Anwendungszentrum

GALILEO

Das GALILEO-Anwendungszentrum BerlinBrandenburg bündelt die Kompetenzen von mehr als 300 Forschungseinrichtungen und regionalen Unternehmen aus den Bereichen Verkehrsmanagement, Geoinformation und Tourismus. Es konzentriert sich auf die Bündelung von Kernkompetenzen der regionalen Informationstechnologiebranche. Der Schwerpunkt liegt dabei auf bereits heute umsetzbaren satellitenbasierten Anwendungen, die in naher Zukunft dank GALILEO zur Verfügung stehen werden.

Die Branche braucht für einen besseren Marktzugang eine Initialzündung, um ihre Marktpotenziale optimal europaweit auszuschöpfen. Das entstehende Netzwerk soll eine Plattform vorbereiten, die den Firmen Möglichkeiten zur Beteiligung gibt. Die offen konzipierte Plattform setzt eigene Vorgaben für die

unterschiedlichen Anwendungsgebiete der zukünftigen Anwendungen und Dienste und bietet die Möglichkeit, ergänzende Anwendungen für andere Geschäftsfelder am Markt zu platzieren. Sie wirkt als Impulsgeber für die kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region.

Im Navigationsforum unterstützt es mit seiner Arbeit die Abstimmung von Produkten, Anwendungen und Dienstleistungen für mobile Satellitennavigations- und Informationssysteme im Tourismus-Bereich.

Das Zusammenwirken unterschiedlich ausgerichteter Potenziale und Strategien soll nicht nur die Verteilung verbessern, sondern auch die regionale Kompetenz, vor allem bei der Anwendungsentwicklung von GNSS-Navigations- und Informationssystemen. 

Juwelen im All

Berlin - Ein Netz von kostengünstigen und effektiven Kleinstsatelliten kann die Signale der Navigationssatellitensysteme GPS und GALILEO mit innovativen Methoden nutzen, um die Fernerkundung des Systems Erde wesentlich zu verbessern. Am 18. September 2009 wurden in Berlin die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Machbarkeitsstudie vorgestellt, die gemeinsam vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Technischen Universität Berlin durchgeführt wurde, gefördert aus Mitteln der TSB Technologiestiftung Berlin.

Der MicroGEM Satellit bietet viele Möglichkeiten, die von GPS und in Zukunft auch von GALILEO ausgesendeten Signale auf völlig neue Art und Weise für die Erdfernerkundung zu nutzen







© Montage: TU Berlin/GFZ/ Google


Mikro-Satelliten MicroGEM zur Erderkundung – Machbarkeitsstudie zeigt hohes Potenzial für innovative Fernerkundung

MicroGEM (Microsatellite for GNSS Earth Monitoring) steht für einen Satelliten mit einem Gewicht von etwa 100 Kilogramm, der eine besonders kosteneffektive Plattform für wissenschaftliche Instrumente darstellt. MicroGEM  beruht auf der wissenschaftlichen Nutzung der Signale von Satelliten der globalen Navigationssysteme.

Die Systeme von GPS und, zukünftig, Galileo werden unter dem Begriff GNSS (Global Navigation Satellite Systems) zusammengefasst. Die Signale dieser Satelliten werden durch die Atmosphäre und Ionosphäre verändert und auch von Eis- und Wasseroberflächen reflektiert, was zur atmosphärischen Fernerkundung und Charakterisierung der reflektierenden Oberflächen genutzt werden kann.

In den letzten Jahren konnten mit den GFZ-Raumfahrtmissionen CHAMP (CHAllenging Minisatellite Payload) und GRACE (Gravity Recovery And Climate Experiment) diese innovativen Fernerkundungstechniken bereits erfolgreich angewendet werden. Das Projekt MicroGEM knüpft hier an. Es wird erstmals Galileo-Signale nutzen und auf Mikrosatellitentechnologien aufbauen, die eine besonders kosteneffiziente Umsetzung ermöglichen.

Aufbauend auf den Erfahrungen aus den Vorgängermissionen sollen erstmals die Signale der Galileo-Satelliten für die GNSS-basierte Atmosphären- und Ionosphärenfernerkundung im globalen Maßstab genutzt werden, wodurch wesentliche Verbesserungen der Methode erwartet werden. Zusätzlich sollen erstmals GNSS-Signale zur Fernerkundung von Meeres- und Eisoberflächen eingesetzt werden. Dabei stellt sich MicroGEM einer besonderen technologischen Herausforderung: der Realisierung einer kosteneffizienten Kleinsatellitenmission zur Erdbeobachtung als Vorläufer von zukünftigen Mehrsatellitensystemen mit wissenschaftlichen GNSS-Empfängern als Hauptnutzlast. Mit derartigen Konstellationen kann die Anzahl der Messungen deutlich erhöht und eine bessere globale Abdeckung erreicht werden.

In enger Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen Instituten und regionaler Industrie wurde die Grundlage für ein Projekt gelegt, dessen Name auch als „kleines Juwel“ übersetzt werden kann. Das MicroGEM-Projekt vereint bewährte Technik mit Innovation in einer Weise, die mit geringem technologischem Risiko neue wissenschaftliche Ergebnisse mit globaler Relevanz liefern kann. Die bisherigen Arbeiten haben deutlich gezeigt, dass das in der Region Berlin Brandenburg vorhandene Raumfahrt-Know-how in Wissenschaft und Wirtschaft in enger Zusammenarbeit sehr effektiv und erfolgreich genutzt werden kann.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:

Dipl.-Ing. Goetz Kornemann
TU Berlin
Institut für Luft- und Raumfahrt
Fachgebiet Raumfahrttechnik
Tel.: 030/314-79978

Dr. Jens Wickert
Deutsches GeoforschungsZentrum GFZ
Tel.: 0331/288-1758

 Anwendungszentrum BerlinBrandenburg

 

Im Juli 2005 wurde das „Anwendungszentrum BerlinBrandenburg“ gegründet.

"Wir haben in der Region ein so großes Potential an unternehmerischer und wissenschaftlicher Kompetenz für die Nutzbarmachung der neuen Galileo-Technologie, dass es an der Zeit ist, sich zusammen zu schließen und gemeinsam zu handeln."

Das war die übereinstimmende Haltung der Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden, Kammern und Verwaltungen, die sich am 19. Juli 2005 in der ETF European Telematics Factory in der Berliner Helmholtzstraße zur Gründungsversammlung des Anwendungszentrums Berlin - Brandenburg trafen.

Die Region Berlin Brandenburg ist bereits heute ein Zentrum für Telematik-Dienste und -Anwendungen. Im Rahmen des AZVT - Anwendungszentrum intermodale Verkehrstelematik ist in den letzten Jahren ein Fundament an Kompetenzen im Bereich Satellitennavigation entstanden, das jetzt für die nächste Phase - die Galileo-Phase - genutzt werden soll. Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo wird voraussichtlich 2014 seinen vollen Betrieb aufnehmen, Entwicklungen brauchen aber Vorlauf. Der Begriff "europäisch" bezieht sich dabei auf die Entwicklung, Finanzierung und den Betrieb, ist aber von Anfang an global ausgelegt, weltweit nutzbar und bereits heute durch Kooperationsverträge etwa mit China auf internationale Kooperation ausgelegt. Auch die Entwicklung von Anwendungen wird daher globalen Maßstäben standhalten müssen. Die Gründungsversammlung war sich auch in dieser Frage einig: Es geht darum, eine globale Chance in der Region zu nutzen. Das ist eine sehr große Herausforderung.

Das Anwendungszentrum soll allen Akteuren in der Region als Informationsplattform dienen, den Erfahrungsaustausch forcieren und als Kooperationsnetzwerk auch als Unterstützung bei Verbundprojekten von Wissenschaft und Wirtschaft zur Verfügung stehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Anwendungszentrum Berlin Brandenburg von den Fachverbänden BBAA, GEOkomm und telematicsPRO gemeinsam mit dem FAV - Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik Berlin mit Unterstützung der Industrie und Handelskammern in der Region getragen. Mit dieser Form der Zusammenarbeit soll deutlich gemacht werden, dass es keine Alternative zur offenen Kooperation in Netzwerken gibt. Die Verbände und der FAV wollen sich als Gründungsmitglieder um weitere Partner bemühen. Die Gründer repräsentieren bereits jetzt weit über 300 Unternehmen, Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen.

Dieses Zentrum ist eine offene Struktur, deren Impuls von der Region und dem hier vorhandenen Potential ausgeht. Damit wird auch die Möglichkeit geschaffen, mit anderen Zentren in Deutschland, in Europa und weltweit Kooperationen zu beginnen.

Die Satellitennavigation, die mit dem amerikanischen GPS-System begonnen hat, wird durch das europäische System Galileo einen starken zusätzlichen Schub erfahren. Zusammen mit dem weiteren Voranschreiten der Mobilkommunikation, der Geoinformationsdienste und des Internets werden Technologien und Dienste zusammenwachsen und neue Qualitäten der Dienste entstehen. Man hat es also nicht mit einer weiteren Technologie zu tun, sondern mit einer zentralen, universalen Zukunftstechnologie, die bereits heute aus vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken ist.

Ziel der Veranstaltung war es nicht, einen neuen Verein zu gründen, Satzungen zu verabschieden und Mitgliedsbeiträge festzulegen. Die Initiatoren, also die Verbände und der FAV wollen vielmehr zunächst ihre vorhandenen Ressourcen für dieses Zentrum einsetzen. Man wird gemeinsame Veranstaltungen planen, eine Informationsplattform im Internet aufbauen und sich gegenseitig bei Projekten unterstützen. Die Teilnehmer werden aktiv mit den Industrie- und Handelskammern, den Wirtschaftsförderungsinstitutionen und den Forschungseinrichtungen in der Region zusammenarbeiten.

Einhellig wurde in der Runde festgestellt, dass insbesondere aus Sicht der KMU eine schnellstmögliche Klärung der Haftungsfragen beim Betrieb des neuen satellitengesteuerten Navigationssystems herbeigeführt werden muss - und zwar noch vor Unterzeichnung des Konzessionsvertrages. Die garantierte Bereitstellung des Dienstes ist einer der Vorteile des neuen europäischen Galileo-Systems gegenüber den existierenden und zukünftigen GPS-Systemen.

Für die Koordination des neuen Anwendungszentrums stellt der FAV Personal und Sachmittel zur Verfügung. Dort wird zunächst auch die Postadresse des Anwendungszentrums sein.


Ansprechpartner:

Dr. Peter A. Hecker
GEOkomm - Verband der GeoInformationswirtschaft Berlin/Brandenburg e.V.
Koordinator bei Galileo
peter.a.hecker@geokomm.net
(0331) 27 34 069

Markus Podbregar
TSB Innovationsagentur Berlin GmbH / FAV
mpodbregar@fav.de
 (030) 46302-579

Michael Sandrock
TelematicsPRO e.V.
sandrock@telematicspro.de
 (030) 39 90 23 20



Das AZBB berichtet über seine Arbeit auf folgenden Internetseiten:
www.FAV.de
www.BBAA.de
www.telematicspro.de
www.geokomm.de

 

Letzte Aktualisierung: 08. September 2010

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