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Grünkohl-Monitoring: BER testet Luft auf Schadstoffe

gruenkohlBerlin - Auf dem Gelände des Flughafens Schönefeld wurden an insgesamt zehn Standorten und in dessen Umfeld genormte Grünkohlpflanzen ausgebracht.

Die Analyse der Pflanzen wird nach einigen Wochen im Freiland Aufschluss über die Verbreitung von Luftschadstoffen und deren Wirkung auf die Umwelt geben. Die Berliner Flughäfen beginnen somit bereits deutlich vor Aufnahme des Flugbetriebs am neuen Flughafen Berlin Brandenburg mit einem über mehrere Jahre angelegten, freiwilligen Programm zur Untersuchung der Umweltwirkungen des Luftverkehrs im Flughafenumfeld.

Schönefelds Ortsvorsteher Robert Rust informierte sich bei der Aufstellung der Kohlpflanzen an der Astrid-Lindgren-Grundschule und begrüßte das Untersuchungsprogramm der Berliner Flughäfen: „Der Flughafen schafft damit Transparenz und ermöglicht Nachbarn und Mitarbeitern, sich über die Umwelt im  Flughafenumfeld zu informieren.“

Die Kohlpflanzen werden in Töpfen auf einer Stange aufgestellt und nehmen über acht Wochen Schadstoffe aus der Luft auf und reichern sie an. Anschließend lässt das Münchner Institut UMW Umweltmonitoring die Pflanzen auf Rückstände von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Schwermetallen untersuchen. „Diese Stoffe treten unter anderem als Rückstände von Verbrennungsprozessen aus Heizungsanlagen sowie dem Straßen- und Luftverkehr auf“, erläutert Dr. Monica Wäber vom Institut UMW Umweltmonitoring. Die Untersuchungsergebnisse werden in den kommenden Jahren kontinuierlich und in einer für Nichtfachleute nachvollziehbaren Fassung veröffentlicht. Die ersten Ergebnisse aus dem so genannten Biomonitoring werden im Frühjahr 2012 vorgestellt.

Die Messpunkte sind nahe der Start- und Landebahn, in Schönefeld und Blankenfelde-Mahlow, nahe der Autobahn und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten fern des Flughafens platziert, um einen Vergleich der Belastungssituation zu ermöglichen.

„Das Biomonitoring mittels Grünkohl ist ein weiterer Baustein unseres Umwelt-Untersuchungsprogramms“, erläutert Jochen Heimberg, Leiter der Stabsstelle Umwelt der Berliner Flughäfen. Neben dem Grünkohl-Monitoring untersucht der Flughafen auch Honig, Pollen und Waben, um Aufschluss über die Umweltwirkungen des Flugverkehrs zu erhalten. Eine Luftgüte-Messstelle hat bereits im Juli den Probebetrieb aufgenommen.


Hintergrund

Der Flughafen Berlin Brandenburg ist das wichtigste Zukunftsprojekt für die deutsche Hauptstadtregion. Die Konzentration des Berliner Flugverkehrs auf nur einen Standort führt zu einer deutlichen Reduzierung der Kohlendioxidemissionen und entlastet in der Summe rund 200.000 Menschen von Fluglärm. Mit der Schließung der Bestandsflughäfen in Tegel und Schönefeld und dem energieeffizienten Neubau des Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt sowie der Umstellung der Energieerzeugung (Strom, Wärme und Kälte aus einem Blockheizkraftwerk mit hoher Effizienz, Nutzung innovativer Wärmerückgewinnungssysteme und Erdwärme) werden sich die CO2-Emissionen für die Versorgung des Terminals voraussichtlich halbieren.

Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH
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