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Erfolgreich abgeschlossen: ENOVAL erreicht Ziele

ENOVAL S 0001Es ist vollbracht: Knapp fünf Jahre lang haben 35 Partner im Rahmen des EU-Technologieprogramms ENOVAL (ENgine mOdule VALidators) intensiv geforscht.

Jetzt liegt das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen vor: Mit den neuentwickelten Technologien für Turbofan-Triebwerke lassen sich Kohlendioxid- und Lärmemissionen signifikant reduzieren. „Wir haben die gesteckten Zielsetzungen voll erreicht", resümiert Dr. Edgar Merkl von der MTU Aero Engines, der das Technologieprogramm koordiniert hat, „und klar nachgewiesen, welche weiteren Potenziale noch in Turbofans stecken." Die neuen Technologien sollen bereits ab 2025 fliegen.

ENOVAL hat sich auf die Entwicklung neuer Technologien für Niederdruckkomponenten für mittlere, große und sehr große Turbofans mit Getriebetechnologie konzentriert. Erforscht wurden höhere Gesamtdruckverhältnisse zwischen 50:1 und 70:1 sowie höhere Nebenstromverhältnisse zwischen 12:1 und 20:1 in Kombination mit gesteigerten Gesamtdruckverhältnissen von bis zu 70:1. Merkl: „In ENOVAL haben wir uns beim Nebenstromverhältnis im Bereich zwischen 14:1 und 16:1 bewegt." Ergebnis: Der Vortriebswirkungsgrad wird gesteigert, wodurch Verbrauch und Emissionen sinken, und: „Die kommenden Triebwerke werden auch nochmal leiser sein, als der Getriebefan ohnehin schon ist." In Zahlen: Der Lärm kann um bis zu 1,3 dB und die CO2-Emissionen können um bis zu fünf Prozent gesenkt werden. Bezogen auf ein Mittelstrecken-Flugzeuge, etwa einem Airbus A320, wären das 1.200 Tonnen weniger CO2 pro Jahr. Die gleiche Menge fällt bei einem Jahresstromverbrauch von 325 Durchschnittshaushalten an.

Erarbeitet und nachgewiesen wurden die neuen Technologien für die Triebwerkskomponenten Fan, Gondel, Getriebe, Niederdruckverdichter, -turbine und -welle sowie Gehäuse von den ENOVAL-Partnern - Luftfahrtunternehmen, Forschungsinstitute und Hochschulen aus zehn europäischen Ländern. 18 Rigs wurden aufgebaut und erfolgreich getestet, mehrere Patentverfahren auf den Weg gebracht, die Ergebnisse in rund 50 Publikationen veröffentlicht sowie in zehn Lernmodule gegossen, die auf der ENOVAL-Website www.enoval.eu zur Verfügung stehen. Die Forschungsarbeit basierte auf einem integralen Ansatz – sprich: Die Komponenten wurden nicht einzeln betrachtet, sondern die gegenseitigen Wechselwirkungen und Effekte miteinbezogen und berücksichtigt.

ENOVAL rundet die EU-Roadmap der Level-2-Triebwerksprogramme (Komponentenvalidierung) im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (FP7) ab und ergänzt die beiden Vorgänger-Level-2-Programme LEMCOTEC und E-BREAK. „Nimmt man die Technologien aus diesen beiden Programmen dazu, sind wir mit ENOVAL im Vergleich zu einem Jahr-2000-Triebwerk um knapp neun Dezibel leiser und verringern den CO2-Ausstoß je nach Anwendung um 20 bis fast 40 Prozent", erläutert ENOVAL-Chief Engineer Dr. Jörg Sieber, ebenfalls von der MTU. Damit erfülle man die ACARE-Ziele für das Jahr 2020.

Während in LEMCOTEC und E-BREAK Technologien entwickelt wurden, die zum einen das Gesamtdruckverhältnis und damit den thermischen Wirkungsgrad erhöhen und zum anderen Materialien und Subsysteme an die künftig steigenden Drücke und Temperaturen anpassen, fokussierte ENOVAL auf die Entwicklung des Niederdrucksystems für Ultra-High-Bypass-Ratio-Triebwerke. Nebenstromverhältnisse jenseits von 12:1 werden als Ultra High Bypass Ratio (UHBR) bezeichnet.

Befeuert wurde die „ausgesprochen gute interdisziplinäre Zusammenarbeit", so Merkl, durch die hohe Relevanz der Technologien: „Allen Partnern war klar, dass die neuen Technologien für die Zukunft notwendig sind." Sie seien schon jetzt Bestandteil der neuen Konzepte aller Triebwerkshersteller, so Merkl. Und noch etwas konnte einmal mehr bestätigt werden: die Vorzüge der Getriebefan-Technologie. „Wegen der Vorteile einer Getriebekonfiguration für den Gesamtwirkungsgrad geht der Trend bei allen Wettbewerbern eindeutig zu dieser Bauart", konstatiert Merkl.

Über ENOVAL
ENOVAL, ein Projekt des 7. EU-Rahmenprogramms, hatte eine Laufzeit von 58 Monaten und ein Budget von über 45 Millionen Euro - 26,5 Millionen Euro kamen von der EU. Unter der Federführung der MTU Aero Engines entwickelten 35 europäische Partner aus zehn Ländern neue Niederdruckwellen-Technologien für Triebwerke mit einem sehr hohen Nebenstromverhältnis zwischen 12:1 und 20:1 und einem sehr hohen Gesamtdruckverhältnis zwischen 50:1 und 70:1. Der Fokus lag auf Antrieben mit Getriebefan-Technologie. Im ENOVAL-Konsortium kooperierten die wichtigsten europäischen Triebwerksunternehmen – darunter Avio Aero, GKN Aerospace, ITP, MTU Aero Engines, Rolls-Royce, Safran Aircraft Engines, Safran Aero Boosters und Safran Helicopter Engines - mit kleinen und mittelständischen Unternehmen der Luftfahrtbranche sowie Universitäten und Forschungsinstitutionen.

Ihr Ansprechpartner:
MTU Aero Engines
Martina Vollmuth
Pressesprecherin Technologie
Tel.: +49 (0)89 14 89-53 33
Mobil: +49 (0) 176-1001 7133
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Alle Presse-Infos und Bilder unter: www.enoval.eu.